
Eine Buchbesprechung - gelesen und interpretiert von Richard R. Folg
Immer wieder begegnen wir im Internet, aber auch im täglichen Leben, Menschen, die mit vollmundigen Versprechungen über Reichtum schnell bei der Hand sind.
Sie suggerieren Ihnen, dass man auf die Schnelle, nur mit ein wenig Witz und Verstand begabt, reich werden könne.
Was ist davon zu halten? Und wie wird man wirklich reich, oder, um einige Wörter zu benutzen, die keine Reizvokabeln sind: Wie wird man wohlhabend oder zumindest vermögend? Offenbar ist es möglich, reich zu werden, denn wenn wir uns umblicken, begegnen wir wieder und wieder Zeitgenossen, die es offenbar zu großem Wohlstand gebracht haben. Wir brauchen nur die Augen aufzumachen, um diese Binsenweisheit bestätigt zu finden.
Auf der Suche nach dem Reichtum muss man als erstes Ergebnis also so viel festhalten:
Was ist der richtige Weg?
Tatsächlich sind wir zahlreichen Verlockungen ausgesetzt, wenn wir den Weg in Richtung Reichtum beschreiten. So können Sie beispielsweise Lotto spielen.
Aber, hören Sie bitte genau zu: Die Chancen stehen 14.000.000 : 1 gegen Sie.
Wiederholen wir: Vierzehn Millionen zu 1! Mit anderen Worten: Sie können nur verlieren, wenn Sie eine Spielernatur sind. Wenige wissen, dass niemand anders als Giacomo Casanova einstens das "Lotto" in Europa groß machte.
Als sich Casanova mit Chuzpe und Charme in die höchsten Kreise in Frankreich empor geschwindelt hatte - der Boden in Venedig war ihm zu heiß geworden - half er dem französischen König aus der Patsche, indem er eine Art Lotteriespiel auf staatlicher Ebene organisierte.
Natürlich gewann der Potentat himmelhoch, die königlichen Taschen füllten sich schnell wieder auf. Casanova selbst jedoch, der reichlich belohnt wurde, lebte auf zu großem Fuße und verprasste sein Geld so schnell wie er es verdient hatte.
Casanova, der venezianische Spion, der rund 1000 Frauen vernaschte, wird nebenbei zu Unrecht immer wieder als farbiger Abenteuer hingestellt. Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit ist, dass er mit seiner eigenen Tochter schlief, Frauen wie Dreck behandelte, oft in Hurenhäusern ein- und ausging, ständig geschlechtskrank war, überall in Händel verstrickt war und sich allenthalben prügelte, Leute nach Strich und Faden betrog und mithin nichts als ein Hochstapler, Lügner und Betrüger war - mit einer zwanghaften Sexsucht, die man heute als krankhaft bezeichnen würde.
Ein armer Teufel! Dieser Ganove, der das Glücksspiel wie kein anderer promotete, verlor dabei auch am Schluss seines Lebens himmelhoch: Er endete einsam und von allen verlassen auf einem alten Schloss, wo er sein Gnadenbrot fristete und von allen verhöhnt wurde:
Der größte und vielleicht "erfolgreichste" aller Spieler belegte also durch seine eigene Biographie, dass die Spielsucht in den Ruin führt.
Die Spielsucht auf Planet Erde ist dort am weitesten verbreitet, wo die geringste Bildung herrscht. In China etwa wird an allen Ecken und Enden gewettet. Es nimmt deshalb nicht Wunder, warum die Einwohner so stark in Aktien engagiert sind: Hierbei handelt sich nur um eine moderne Form der Wette - jedenfalls wenn man sich nicht in der Materie wirklich auskennt.
Wenn Sie wirklich reich werden wollen, so streichen Sie am besten zunächst einmal alle Methoden von Ihrer Liste, die mit Wetten, Wettgeschäften, Lotto, Glücksspiel usw. zu tun haben. Die Liste der Verlierer ist zu lang, als dass Sie sich hierauf ernsthaft einlassen sollte. Das Glücksspiel ist eine Methode für Versager.
Je und je begegnen Ihnen Gurus, die Ihnen das schnelle Geld versprechen, kurz eine Methode, mit wenig Arbeit rasch reich zu werden. Man braucht angeblich nur die richtige Idee - und schon ist man ein gemachter Mann.
Nun müssen Sie wissen, dass einige dieser falschen Propheten sehr laut die Trompete blasen.
Betrachten wir ein konkretes Beispiel - die berühmt-berüchtigten Strukturvertriebe im Finanzdienstleistungsbereich. Innerhalb dieser Strukturvertriebe weiss man sehr genau, wie man Menschen einfängt: Man lässt sie den Traum vom großen, schnellen Geld träumen.
Alles ist angeblich ganz einfach: Sie müssen nur (zum Beispiel) genug Lebensversicherungen verkaufen - und schon kassieren Sie satte Provisionen.
Verschwiegen wird dabei, dass die meisten Lebensversicherungen (unter beinharten Anlage-Gesichtspunkten) im Allgemeinen ein drittklassiges Finanzprodukt sind:
Die Rendite (der Zins) ist bescheiden, oft wird der Gewinn von den Versicherungsgesellschaften schlussendlich nach unten korrigiert, die Ansparzeit ist elend lang, Der Kunde verfügt über keinerlei Kontrolle, wie sein Geld angelegt wird, und wenn er vorzeitig kündigt, verliert er überdies auch noch eine ganze Stange Geld.
Soviel zu der vielgepriesenen Lebensversicherung. Aber kehren wir zu unseren Strukturvertrieben zurück.
Es ist kaum bekannt, dass diese Strukturvertriebe über ein unvorstellbar ausgefeiltes Know-how verfügen, was das Thema Motivation angeht. Tatsächlich rankt sich hierum inzwischen eine ganze Wissenschaft. Die Köpfe dieser Strukturvertriebe wissen also zum Beispiel, wie sehr Reisen motivieren, Wettkämpfe, Auszeichnungen, Titel usw. - und setzten dieses Know-how schamlos ein. Dass am Schluss allenfalls 1% hoch gewinnt, steht auf einem anderen Blatt Papier und wird wohlweislich verschwiegen.
Wer sich jedoch kräftig die Taschen füllt, sind die Köpfe dieser Strukturvertriebe: Einige wenige Millionäre und Milliardäre wurden hier geboren.
Weithin unbekannt ist in diesem Zusammenhang, wer der Erfinder und Kopf dieser Strukturvertriebe in Deutschland war: Es handelt sich um einen gewissen Bernie Cornfeld, der einstens die IOS gründete (=Investors Overseas Service), eine internationale Vertriebsgesellschaft, deren Hauptverwaltung in Genf lag.
Vertrieben wurden Fonds, die auf den Bahamas verwaltet wurden, das Barvermögen lag in der Schweiz, die Wertpapiere waren in England deponiert, die Fonds selbst wurden nach luxemburgischen Recht gemanagt. 1956 wurde die IOS gegründet, ihr Slogan lautete: "Reichtum für alle".
Bernie kaufte alles ein, was Rang und Namen hatte, sogar den damaligen Vizekanzler der Bundesrepublik Deutschland, Erich Mende, den Sohn des früheren Präsidenten Franklin Dr. Roosevelt: James Roosevelt, einen amerikanischen Astronauten und andere PR-Zugpferde mehr. Schnell gründete er eine Aktiengesellschaft, die Aktien stiegen himmelhoch. Bernie wurde stinkreich, er konnte sich sogar ein goldenes Klo leisten, mit dem er sich je und je abbilden ließ. Ein paar Jährchen später stürzten seine Aktien abgrundtief ab. Bernie fiel in Loch, aus dem er sich nie mehr herausarbeiten konnte. Er wurde verhaftet, später gegen eine Kaution von 5 Millionen Schweizer Franken zwar frei gelassen, aber er kam nie wieder auf die Beine. Die meisten Anleger der IOS wurden geprellt.
Völlig unbekannt in deutschen Landen ist nun, dass die Bosse der meisten großen Strukturvertriebe gelehrige Schüler Cornfelds sind! Das heisst, sein Know-how (Motivation auf Teufel komm`raus) wurde abgekupfert, recycelt und erneut benutzt.
Bernie Cornfeld weilt also noch immer unter uns, bzw. seine Erben.
Wir schätzen, dass ca. 50 % aller Finanz-Strukturvertriebe Deutschlands direkt oder indirekt auf Bernies Schultern ruhen, was den Faktor Motivation angeht.
(Einige diese Strukturvertriebe schlugen sogar die Umsätze großer Banken zeitweilig!)
Nicht nur dem Anleger wird suggeriert, dass er schnell reich werden könne, sondern vor allem dem Mitarbeiter in diesen Vertrieben.
Aber wie gesagt: Vielleicht 1% schafft es bis zur Spitze, optimistisch geschätzt.
Das heisst, zu 99% gehen Sie hier erneut baden.
Eine vernünftige Antwort auf die Frage: "Wie werde ich reich?" Oder besser gesagt: "In welche Richtung sollte ich investieren?" gab nebenbei der große André Kostolany, seines Zeichens lange Autor No. 1 in Deutschland, wenn es um Fragen der Geldanlage und des Reichtums ging.
Wir hatten mehrfach das Vergnügen, als er noch unter den Lebenden weilte, persönlich mit ihm zu plaudern. Kostolany besass einen göttlichen Humor. Er lud uns mehrfach in sein Domizil in München ein, aber auch nach Paris.
Der alte Herr, ein gebürtiger Ungar, der über 95 Jahre alt wurde, liebte den Wechsel, oft war er auch in den USA zu finden, natürlich tummelte er sich hier mit Vorliebe in New York an der Wallstreet.
Danach gefragt, wie man reich werde, gab er den lapidaren Ratschlag, sinnvollerweise in die eigenen Ausbildung zu investieren.
Nun, mit diesem Tipp sind Sie natürlich auf pures Gold gestoßen. Das heisst, wenn Sie wirklich wohlhabend und erfolgreich werden wollen, sollten Sie in erster Linie in sich selbst investieren.
Damit deuten wir nicht unbedingt auf eine Hochschulbildung, denn in den Universitäten heute wird mit einer erstaunlichen Praxisferne gelehrt. Weisheit, echtes Know-how, geldwertes Know-how und Erfolgs-Know-how ist nicht unbedingt an Universitäten zu finden.
Die besten Lehrer sind praxiserfahrene Spitzenleute, die Ihnen nicht das Märchen von Schneeweißchen und Rosenrot erzählen, sondern Ihnen gediegenes Wissen an die Hand geben, das Sie unmittelbar anwenden können.
Geht man genau so vor und hört nicht auf, von den Spitzenkräften eines Faches zu lernen, so erfährt man zum Beispiel, dass es eine ganz einfach Methode gibt, reich zu werden:
Entschließe Dich, Dich genau in dem Fachgebiet zu tummeln, das Du am meisten liebst, lerne alles, was es über dieses Fachgebiet zu wissen gibt und werde besser als alle anderen.
Das hört sich vergleichsweise simpel an. Ist dieser Ratschlag jedoch richtig? Natürlich, aber man muss einschränkend sagen, dass es noch sehr viel mehr zu wissen gibt, wenn man wirklich reich werden will, aber es ist ein erster Fingerzeig.
Grundsätzlich können Sie von allen Menschen lernen, die es "geschafft" haben und die "oben" sind - sofern es sich nicht um ausgemachte Spitzbuben handelt, sondern um Zeitgenossen, die sich wirkliche Integrität auf die Fahnen geschrieben haben.

Der bislang spannendste Versuch, so viele Millionäre wie möglich zu interviewen, um diesem ewigen Geheimnis "Wie werde ich reich?" noch weiter auf die Spur zu kommen, wurde von Erfolgsautor Napoleon Hill unternommen.
Mit seinem ewigen Bestseller "Denke nach und werde Reich" hält er sich jahrzehntelang in den Bestseller-Hitlisten.
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