
Im 18. Jahrhundert vermerkte der renommierte französische Astronom JeanSylvain Bailly, dass die alten Inder präzise astronomische Pionierarbeit geleistet hatten: „Die Bewegungen der Himmelskörper, wie die Inder sie vor 4.500 Jahren berechneten, weichen um keine Bogenminute von unseren heutigen Tabellen ab.“ Er kam zu dem Schluss: „Die astronomischen Systeme der Inder sind weitaus älter als die der Ägypter – selbst die Juden bezogen ihr Wissen letztlich von den Indern.“
Im Westen unternahm Galileo Galilei (1564–1642), der sich 1609 ein geeignetes Fernrohr für astronomische Beobachtungen gebaut hatte, vergebliche Versuche zur Bestimmung der Lichtgeschwindigkeit. Erst der dänische Astronom Ole Rømer errechnete 1676 die Lichtgeschwindigkeit, und zwar anhand der Verfinsterungen des Jupitermondes Io, der regelmäßig in den Jupiterschatten eintritt. Er hatte nämlich entdeckt, dass die Intervalle zwischen den Verfinsterungen anwuchsen, wenn sich die Erde auf ihrer Bahn vom Jupiter entfernte, und abnahmen, wenn sie sich ihm näherte. Rømer erkannte in dieser Erscheinung einen Lichtlaufzeiteffekt, der auf der Veränderung des Abstands zwischen Erde und Jupiter beruht. Diese Entdeckung setzte verlässliche Chronometer und vor allem ein brauchbares Fernrohr voraus.
Jedoch war zu diesem Zeitpunkt im „rückständigen“ Indien die Lichtgeschwindigkeit längst bekannt. In Hymne 1.50 des Rigveda über die Sonne, vierter Vers, heißt es zwar lediglich: „O Sonne! Du siehst alles, erzeugst Helligkeit und reisest sehr geschwind. Du erleuchtest den ganzen Himmel.“ Aber Sayana (ca. 1315–1387 n. Chr.), ein berühmter vedischer Gelehrter und Minister am Hofe König Bukka’s I. im Reich von Vijayanagar (Südindien), erläuterte drei Jahrhunderte vor Ole Rømer in seinem gefeierten Kommentar zum Rigveda diese Textstelle ganz trocken: „Wir erinnern uns, dass die Sonne 2.202 Yojanas in einem halben Nimesa durchschreitet.“ Yojana ist eine alte Maßeinheit, die im Arthasastra (einem antiken indischen Quellentext über Wirtschaft und Politik, entstanden zwischen dem 4. Jh. v. Chr. und 150 n. Chr.) als 8.000 Dhanus definiert wird – das sind etwa 14,5 Kilometer. Nimesa ist eine antike Zeiteinheit, die 16/75 Sekunden entspricht. 2.202 Yojanas in einem halben Nimesa ergeben nach dieser Berechnung 299.334 Kilometer pro Sekunde. Die exakte Lichtgeschwindigkeit beträgt nach heutigem Erkenntnisstand 299.792,458 Kilometer pro Sekunde.
Ein Mann namens Bhatta Bhaskara, der vermutlich im 10. Jahrhundert n. Chr. lebte, traf in seinem Kommentar zum Taittiriya Brahmana dieselbe Aussage wie Sayana. Er führte seine Angaben auf eine alte puranische Überlieferung zurück. Nun könnte zwar eingewendet werden, dass die exakte Größe des Längenmaßes Yojana je nach Zeit und Ort variierte, genau wie bei alten Maßen in Europa. Nichtsdestoweniger liegt eine derart genaue, überhaupt in der Größenordnung korrekte Bestimmung der Lichtgeschwindigkeit in alten indischen Quellen jenseits aller Wahrscheinlichkeit, außer es gab schon früher eine sehr viel höher entwickelte Wissenschaft und Technik auf der Erde (also wenigstens „urzeitliche Uhren“ und Fernrohre wie im Europa des 17. Jahrhunderts) – oder gar außerirdische Informationsquellen.
Aber wieso wurde hier von der Geschwindigkeit der Sonne gesprochen? Indische Astronomen hatten die Geschwindigkeit der Sonne als Himmelskörper mit einem naturgemäß viel geringeren Wert berechnet. Nun, offensichtlich folgte Sayana der uralten indischen Tradition, das Wissen der Vorväter in verschlüsselter Form weiterzugeben. Nach dem hier gebrauchten Code steht die Sonne einfach für Licht. Die Entdeckung dieses Codes ist in dem Buch Vedic Physics: Scientific Origin of Hinduism („Vedische Physik: Wissenschaftlicher Ursprung des Hinduismus“) von Dr. Raja Ram Mohan Roy beschrieben. Der Autor kommt zu dem Schluss, der Rigveda sei tatsächlich eine präzise kosmologische Aufzeichnung, während die modernen Physiker die Entstehung des Universums nicht korrekt zu erklären vermochten. Aufgrund seiner Interpretation der vedischen Entstehungsgeschichte des Universums weist Dr. Raja R. M. Roy übrigens die Urknalltheorie zurück. Das Universum sei nicht aus einer Konzentration von Energie und Masse in einem einzigen Punkt, sondern aus einem absoluten Vakuum hervorgegangen. (Ein „Vakuum“ hat etwas relativ Saugendes an sich, wie ja auch der Staubsauger im Englischen „vacuum cleaner“ heißt; warum sagt er nicht gleich: ein „schöpferisches Nichts“? Aber die Vermittlung östlicher Ideen von Nichtmaterialität hat in westlichen Sprach und Denksystemen schon immer Probleme bereitet.)
Es gibt freilich andere Stimmen, die sich bei der zeitgenössischen Physik anzubiedern suchen, indem sie verschiedene symbolische Aussagen oder rechnerische Dimensionen der Veden zur Unterstützung der Urknalltheorie heranziehen. Man weist daraufhin, dass ein Doppelkalpa, ein Tag und eine Nacht des Schöpfergottes Brahma, eine Dauer von 8,64 Milliarden Jahren hat – ähnlich lange soll ja der angebliche „Urknall“ zurückliegen. Aber erstens mag es ganz anders gewesen sein, und zweitens leuchtet der Vergleich nicht ein, denn der vermutete Zyklus der Ausdehung und Zusammenziehung des Universums ist ja ganz offensichtlich noch nicht beendet. Die hypothetische Zeit von „Urknall“ zu „Urknall“ wäre somit sehr viel länger als ein Doppelkalpa.
Die Interaktion zwischen altindischem Schrifttum und moderner Wissenschaft wird sicher noch zahlreiche faszinierende Blüten treiben, aber es ist auch wahr, dass einige indische Top-Wissenschaftler, sobald die westliche Wissenschaft an ihre Grenzen stößt, gern auf uralte Sanskrit-Texte zurückgreifen, um sich neu inspirieren zu lassen. Angeregt durch die angelsächsische Zivilisation, die eigentliche Supermacht der letzten zwei Jahrhunderte, ist Indien ein HighTech-Staat mit Weltraumsatelliten, Atombomben und effizienter Computertechnik geworden. Indien könnte sich ohne weiteres anschicken, den Westen zu überflügeln.
Es lässt sich nicht leugnen, dass das altindische Schrifttum sogar spezifische Aussagen über Atomenergie enthält. Der Vorgang der Kernspaltung wird im Einzelnen erklärt – und zwar nicht einmal in besonders verschlüsselter Form. Im Atharva-Veda steht, zumindest laut englischer Übersetzung, die folgende, beinahe gruselig modern klingende Beschreibung:
„Die atomare Energie spaltet die neunundneunzig Elemente, wobei sie ihren Weg durch die Bombardierung von Neutronen unweigerlich und ungehindert vollzieht. In dem Wunsch, sich an den Kopf heranzupirschen, d.h. an den Hauptteil der schnellen Energie, die sich in der Masse molekularer Anpassungen der Elemente verbirgt, nähert sich ihm diese atomare Energie durch eben diesen Akt, ihn mittels der oben genannten Bombardierung zu spalten. Hierin erkennen die Wissenschaftler in Tat und Wahrheit die Ähnlichkeit zur verborgenen Schlagkraft der Strahlen der Sonne, die in der Umlaufbahn des Mondes wirken.“ (Atharva-Veda 20.41.1-3).
Auch Hinweise auf Atomexplosionen sind zu finden – ein haarsträubendes Thema, auf das wir bei unserer weiteren Reise in die Vergangenheit noch zurückkommen werden. Ein gewisser Julius Robert Oppenheimer (1904–1967), unter dessen Leitung 1943–45 in Los Alamos die erste Atombombe hergestellt wurde, soll mit den alten Sanskrit-Schriften vertraut gewesen sein. Sieben Jahre nach der ersten erfolgreichen Zündung einer Atombombe wurde er während eines Vortrags an der Rochester University von einem Studenten gefragt: „War die Bombe, die während des Manhattan-Projekts bei Alamogordo hochging, die erste Atombombe, die je gezündet wurde?“ – Die seltsame Antwort von Dr. Oppenheimer lautete: „Nun, ja – freilich. Jedenfalls in der Moderne.“
Aber nicht nur im Mikrokosmos der Atome, sondern auch im Makrokosmos des Weltraums waren die altindischen Maßstäbe ebenso gigantisch wie die bereits beschriebenen zeitlichen Dimensionen. Ahnungslos im Schlamm spielende Vorzeitheinis hätten nie und nimmer darauf kommen können. Es ist sogar falsch, von „Raum“ in der Einzahl zu sprechen, denn nach indischer Vorstellung gibt es eine unendliche Zahl von Welträumen. Jeder dieser Welträume bildet ein eigenständiges System. Auf der Grundlage des Agni-Purana oder des Kurma-Purana käme man nach Angaben der schweizerischen Professorin Annemarie Etter für den Durchmesser eines Weltsystems auf eine 17-stellige Zahl, nämlich auf rund 20 Billiarden Kilometer. Das wären ca. 2.000 Lichtjahre, was immerhin einem Fünfzigstel des größeren Durchmessers der Milchstraße entspricht. In anderen Puranas werden noch höhere Zahlen angegeben.
Der springende Punkt ist, dass uns kein anderes Kulturvolk aus seinen ältesten Quellen eine Vorstellung von der räumlichen und zeitlichen Weite des Weltalls überliefert hat, die derart nah an die heutigen wissenschaftlichen Erkenntnisse heranreicht.
Als Alexander „der Große“ vor über 2.300 Jahren mit seinen Truppen in Indien einfiel, vermerkten seine Chronisten, dass seine Armee von „fliegenden, feurigen Schilden“ angegriffen wurde, die im Sturzflug herniederfuhren und Soldaten und Pferde verängstigten. Diese UFOs, wenn wir sie so nennen wollen, traktierten jedoch Alexanders Armee weder mit Atombomben noch mit Strahlenkanonen, vielleicht weil sie ihm wohlgesonnen waren, und die Eroberer konnten weiter vordringen. Am Ende kam sowieso nichts dabei heraus: Alexander starb jung, und das große „Reich“, das er begründen wollte, zerfiel sogleich in Einzelteile.
In den alten Schriften wimmelt es nur so von rätselhaften Flugobjekten, den sogenannten „Vimanas“. Waren es einfach märchenhafte Himmelskutschen aus alten Göttersagen – Visionen aus einer Gattung religiös-utopischer Romane? Oder gibt es einen konkreten technischen und historischen Hintergrund? Es ist doch immerhin merkwürdig, dass die alten Inder regelrechte Flughandbücher für die verschiedenen Typen von Vimanas schrieben.
Das Wort vimana (Sanskrit) oder vimanam (Pali) bedeutet wörtlich „einen Kurs abstecken oder zurücklegen; ein Himmelswagen; eine fliegende Kutsche mit Eigenantrieb und Eigenbewegung; ein fliegender Palast“.
Schon Ende des 19. Jahrhunderts bereisten einige Forscher und Abenteurer auf der Suche nach den ältesten Aufzeichnungen der Menschheit den indischen Subkontinent. Ein britischer Offizier namens James Churchward (1851–1936) war seit 1868 in Indien stationiert gewesen, hatte sich mit einem Tempelpriester angefreundet und wurde in der Entzifferung uralter Steintafeln unterrichtet. Diese Tafeln berichteten von einer großen früheren Zivilisation – es ging dabei nicht um Atlantis, sondern um einen Kontinent namens Mu (auch bekannt als „Lemuria“), der vor 25.000 Jahren im Pazifik versunken sein soll. Churchward widmete den Rest seines Lebens der Erforschung dieses Themas und schrieb ein Buch darüber: The Children of Mu. Auf Seite 188 erzählt er, dass ihm auf seinen Reisen uralte indische Manuskripte gezeigt wurden, die nach Angabe der Priester Kopien der Tempelaufzeichnungen einer Mutterzivilisation waren, die sogar der indischen vorausgegangen sei. In diesen Schriften sah er:
„... eine Zeichnung und Instruktionen für den Bau des Flugschiffes und seiner Maschinen, Energieversorgung, Antrieb usw. Die Energie wird auf sehr einfache, billige Art aus der Atmosphäre bezogen. Der Antrieb ähnelt in etwa unseren heutigen Turbinen, denn er arbeitet von einer Kammer in die nächste, bis hin zum Auspuff. Ist der Antrieb einmal gestartet, arbeitet er unablässig weiter, bis er abgestellt wird. Wenn man ihn lässt, wird er weiterlaufen, bis die Lager abgenutzt sind. ... Diese Schiffe konnten ewig weiter um die Erde kreisen, ohne auch nur einmal zu landen, bis die Maschinen verschlissen waren. Die Energie ist unbegrenzt, oder sagen wir eher, nur durch die Widerstandskraft von Metallen begrenzt. Ich stelle fest, dass von Flügen gesprochen wird, die nach unseren heutigen Karten anderthalbtausend bis fünftausend Kilometer weit reichen.
In allen Aufzeichnungen über diese Flugschiffe ist eindeutig vermerkt, dass sie sich von selbst bewegten und sich selbst antrieben; anders gesagt, sie erzeugten im Flug ihre eigene Energie ... unabhängig von Brennstoffen. Es scheint mir, ... dass wir mit unserer Entwicklung etwa 15.000 bis 20.000 Jahre hinterher sind.“ (James Churchward, zitiert nach Flying Saucers Have Landed von Desmond Leslie und George Adamski, A Panther Book, London 1953)
Jeder hat das Recht, an Colonel Churchward und dem untergegangenen Kontinent Mu zu zweifeln – das ist nicht unser Thema –, aber Tatsache ist, dass in alten indischen Schriften zahlreiche und sehr unterschiedliche Flugkörper in aller Ausführlichkeit beschrieben werden: Flugzeuge, private Himmelskutschen, Luxusjachten, fliegende Paläste, Raumschiffe und fliegende Festungen. Man erhält insgesamt den Eindruck, dass die fortgeschrittensten dieser Flugmaschinen, die gewiss keinen „Auspuff“ hatten, von einer sehr überlegenen Zivilisation eingeführt wurden und dass die Einheimischen (die Inder) gelegentlich mitfliegen durften; Angehörige der Oberschicht verfügten vielleicht auch selbst über eine Flugmaschine, und ihre Ingenieure dürften in der Lage gewesen sein, „primitivere“ Versionen sogar selbst zu bauen. Im Laufe vieler Jahrtausende sind natürlich allerlei Schwankungen und Entwicklungen vorstellbar.
König Bhoja verfasste im 11. Jahrhundert n. Chr. ein enzyklopädisches Werk namens Samarangana Sutradhara über klassische indische Architektur und Bautechnik, das sich auch mit Kriegführung, insbesondere Kriegsgerät befasst. Kapitel 31 handelt ausschließlich vom Bau und Betrieb mehrerer Typen von Flugmaschinen mit unterschiedlichen Antriebssystemen. König Bhoja benutzte dafür anstelle des gebräuchlicheren Ausdrucks Vimana das Sanskritwort Yantra, führte seine Kenntnisse aber auf Schriften zurück, die zu seiner Zeit bereits antik waren. Einige Konstruktionsverfahren, die er beschreibt, wurden seit dem Ersten Weltkrieg von britischen und amerikanischen Flugzeugfirmen benutzt und erwiesen sich sehr wohl als brauchbar.
Im Einzelnen beschreibt König Bhoja, der auch selbst ein gelehrter Mann und ein tüchtiger Baumeister war, die Flugmaschine wie folgt:
„Der Rumpf der Maschine muss stark und haltbar sein, aus leichtem Material hergestellt, mit glatt und scheinbar nahtlos angefügten Flügeln. Sie kann Passagiere befördern, sie kann klein und kompakt gebaut werden, sie kann sich lautlos bewegen. Soll Schall erfolgreich eingesetzt werden, muss der Antriebsmechanismus hohe Flexibilität aufweisen und alles muss fehlerfrei zusammengefügt sein. Um ihren Zweck wie vorgesehen zu erfüllen, muss die Maschine eine lange Lebensdauer haben und gut umschichtet sein ... sie darf nicht zu heiß, zu steif oder zu weich werden, und ihr scharf zugespitzter Rammsporn muss gleichfalls dauerhaft sein. In der Tat gehört zu den Hauptqualitäten der Maschine, an welche sich alle erinnern, unaufhörliche Bewegung, das heißt endlose Bewegung. Reibungslosigkeit ist eine ihrer obersten Eigenschaften, sodass also die Arbeitsweise der Maschinen vielseitig und vollständig ist, ohne Anfälligkeit für Dehnungen, ohne Ächzen und jederzeit zweckmäßig. (...)
Zum kritischen Zeitpunkt muss der Feuerstrahl freigesetzt werden, der den Einsatz ermöglichen wird. Der Zeitstrahl expandiert, von Schall begleitet ... die Expansion leistet in einem endlosen Zyklus Arbeit wie ein Elefant.“ (König Bhoja, Samarangana Sutradhara, 11. Jh. n. Chr., zitiert nach der englischen Übersetzung aus dem Sanskrit von R. Cedric Leonard im Internet-Artikel „An Ancient Airplane“, http://www.atlantisquest.com/Samar.html)
In welcher Weise hier Schallwellen eingesetzt werden, übersteigt entweder die Spannweite unserer heutigen Technologie, oder es mag sich um eine Überlieferung handeln, die Ursache und Wirkung verwechselt. Etwas später im Text wird als mögliches Baumaterial für ein Yantra zwar auch Holz erwähnt, dann jedoch wechselt die Beschreibung sprunghaft zu einem Antriebssystem, das einen benzinähnlichen Kraftstoff verwendet:
„Die Herstellung eines Eroberungs-Yantra ist sehr wünschenswert ... wobei Leichtholz für den Bau einer großen Flugmaschine mit starkem Rumpf verwendet würde. Im Zentralbehälter befindet sich die Flüssigkeit, die vom Motor verbraucht wird, wobei sie in völliger Verbrennung allmählich aufgebraucht wird. Am ruhmreichsten ist die Beherrschung der folgenden Bewegungen: senkrechter Aufstieg, senkrechter Abstieg, vorwärts, rückwärts, normaler Aufstieg, normaler Abstieg und Schrägrichtung sowie das Zurücklegen weiter Entfernungen durch entsprechende Einstellung der Funktionsteile ... Und ihr musikalischer Ton und pulsierender Donner können mit Leichtigkeit das Trompeten des in Panik geratenen Elefanten übertönen. Die Maschine kann mittels musikalischer Töne bewegt werden.“ (Ebd.)
Das ergibt freilich ein sehr buntes und – wie auch heutzutage üblich – sehr ungerechtes Schlachtenbild: Unten müht sich das Fußvolk mit Schwertern und Elefanten, während sich von oben die „musikalisch“ dröhnenden Flugmaschinen über die Szene schwingen und vermutlich mit High-Tech Waffen drauflos ballern. (Und es müssen ja nicht immer Atombomben sein; auf die Vielfalt der Waffensysteme kommen wir noch zu sprechen.) Der schräge Eindruck wird gleich darauf durch die ästhetische Darstellung einer technologisch asymmetrischen Gesellschaft in Friedenszeiten bekräftigt:
„Leuchtend in alle Richtungen konnte ihre Maschine (Yantra) ganz nach Belieben überall hinfliegen. Aus ihrer großen Höhe sahen sie stimulierende Tänze, Theateraufführungen und urtümliche Tanzriten. Die Maschine wurde bei königlichen Dynastien und in verschiedenen Nationen weithin berühmt. So flogen sie droben, die Hochbeseelten, während die unteren Klassen zu Fuß gingen. All jenen Freunden gelang es wohlverdienterweise, ebenfalls ein Yantra zu erlangen, mit dessen Hilfe Menschen in der Luft fliegen können und nichtirdische Himmelswesen, wenn sie die Erde besuchen, zu den Sterblichen herabkommen können.“ (Ebd.)
Da gibt es nicht viel herumzudeuteln, ein Nahkontakt dritten Grades wird hier und andernorts klar ausgesprochen; und woher man letztlich die Technologie hatte, scheint somit ebenfalls geklärt. Die Frage ist nur, ob diese fremden Himmelswesen, die auf dem indischen Subkontinent Spielzeuge verschenkten und auch einiges an vorsichtig dosierter Technologie vermittelten, wirklich aus dem Weltraum oder lediglich aus einem anderen Land der Erde kamen. Es wäre wunderschön, wenn jemand ein paar Fotos gemacht und auf Metallplatten für die Nachwelt eingeätzt hätte. Wer wäre darauf zu sehen? Auch eine säuberlich publizierte Zeittafel der indischen „Vorgeschichte“, die immer mehr nach Hauptgeschichte klingt, wäre nicht übel. Aber all diese Ereignisse dürften wohl sehr lange her sein; die Zeitspanne weitet sich verblüffend aus, je länger man diesen Spuren nachgeht.
Es wäre noch anzumerken, dass gelegentlich von „Quecksilber“ als Brennstoff oder auch mal von einem „eisernen Heizapparat“ in den Flugmaschinen die Rede ist. Hier fehlte den indischen Chronisten vielleicht ein präziseres Wort, um eine silbrig glänzende Flüssigkeit, ein eigentümliches dunkles Metall oder einen große Hitze entfaltenden Antrieb zu beschreiben. „Zweigeflügelt“ sind freilich die primitiveren, an den irdischen Luftraum gebundenen Maschinen, die ähnlich unseren heutigen Flugzeugen keineswegs rückwärts fliegen konnten. Sie mochten Düsen haben, einen „treibenden Wirbelwind“, wie es heißt. Im Gegensatz dazu erläutert das Samarangana Sutradhara auch ein viel größeres, komplexeres Flugschiff, das als Vimana bezeichnet wird. Andere, ältere Quellen verwenden generell den Ausdruck Vimana für jede Art Himmelsfahrzeug.
Dass von all der Pracht – selbst wenn es relativ seltene Luxusgüter waren – nichts übrig geblieben ist, legt den Verdacht nahe, dass zwischendurch jemand aufgeräumt hat. In esoterischen Kreisen wird daher gemutmaßt, dass gewisse „Bruderschaften“ einige Exemplare, vielleicht gar eine kleine Flotte dieser Flugmaschinen noch immer in geheimen Höhlen in Tibet oder an anderen Orten Zentralasiens aufbewahren, und die Wüste Lop Nur im westlichen China gilt als Zentrum eines großen UFO-Mysteriums.
Eckehard Junge
April 2007
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Indische Geschichte bis 1750: Von den frühen Hochkulturen bis zum Untergang des Mogulreichs
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